Unternehmen 21. Okt 2022 Von Claudia Burger

Kriminelle Mitarbeiter verursachen die größten Schäden

Der klassische Täter ist männlich, ungefähr 45 Jahre alt, zehn Jahre im Unternehmen, gebildet und eine Führungskraft. So steht es in „ Wer hat Angst vorm schwarzen Schaf? Wenn Mitarbeiter ihr Unternehmen schädigen – und was man dagegen tun kann“ der Allianz Trade.

Sich etwas in die eigene Tasche stecken: Wenn Mitarbeiter zu Tätern werden, kann das fürs Unternehmen sehr teuer werden.
Foto: PantherMedia / Lev Dolgachov

Nach Einschätzung des Kreditversicherers Allianz Trade sind Beschäftigte eine unterschätzte Gefahr. „Wenn Mitarbeiter kriminell werden und das eigene Unternehmen ins Visier nehmen, kann das schnell teuer werden – und zwar deutlich teurer als bei Schäden, die durch externe Täter verursacht werden, wie Hacker“, teilte das Unternehmen mit. Für diese Erkenntnis wurde eine Statistik mit Daten aus Schadensfällen der letzten fünf Jahre in der Vertrauensschadenversicherung untersucht und in dem Bericht „Wer hat Angst vorm schwarzen Schaf? Wenn Mitarbeiter ihr Unternehmen schädigen – und was man dagegen tun kann“ zusammengefasst. Solch eine Vertrauensschadenversicherung deckt Vermögensschäden von Unternehmen durch kriminelle Handlungen ab.

Wenn Arbeitnehmer es ihrem Unternehmen „heimzahlen“

Der größte Schaden durch einen Mitarbeiter liegt bei 36 Mio. €

Die Schäden durch externe Dritte hätten in den vergangenen fünf Jahren mit plus 40 % bei den Fallzahlen und plus 56 % bei den Schadenshöhen überdurchschnittlich stark zugelegt. Zum Vergleich: Bei den internen Tätern hätten die Fallzahlen im gleichen Zeitraum um rund 10 % und die Schäden um 23 % zugenommen. „Trotzdem sind es nach wie vor die eigenen Mitarbeiter, die mit 57 % für die meisten Fälle und mit rund 70 % auch für die größten Schäden verantwortlich sind“, heißt es im Bericht. Den bislang größten bekannten Einzelschaden durch einen „Innentäter“ bezifferte das Unternehmen mit 36 Mio. €. Die größten Schäden verursachen laut Bericht männliche Täter im Alter zwischen 40 und Mitte 50, gebildet, in gehobener oder leitender Position im Finanzwesen mit mindestens zehn Jahren Betriebszugehörigkeit. Sie schlagen zwar seltener zu, aber dann „in die Vollen“ mit sehr großen Schäden: Sie kennen alle Lücken in den Kontrollsystemen und besitzen durch die langjährige Zugehörigkeit ein entsprechendes Vertrauen von Kolleginnen und Kollegen sowie Chefs, sodass sie oft über einen längeren Zeitraum unentdeckt agieren können. Dabei helfe ihnen meist auch ihr freundliches und respektvolles Auftreten – sie seien oft auffällig unauffällig und geraten bei Verdachtsmomenten selten sofort in den Fokus. Trotzdem hätten typische Täter häufig bestimmte Eigenschaften und Beweggründe, zum Beispiel Spielsucht oder Habgier. „Kriminelle Mitarbeiter sind nach wie vor eine unterschätzte Gefahr in Unternehmen“, lautet das Fazit vom Allianz-Trade-Betrugsexperten Rüdiger Kirsch. Bei den Täterinnen und Tätern, die ihr Unternehmen betrügen, seien alle Geschlechter, Altersgruppen und Hierarchieebenen vertreten. Männliche Täter würden aber dominieren.

Konflikte im Job als Motor für Veränderungen

Frequenztäter verursachen niedrigere Schadensumme

Junge, unerfahrene Beschäftigte mit kurzer Betriebszugehörigkeit, niedrigerem Bildungsstand und einer niedrigeren Position in der Hierarchie ohne Führungsverantwortung schlagen laut Bericht mit wesentlich höherer Frequenz zu; die Schadenshöhe sei in den meisten Fällen allerdings geringer – auch, weil sie schneller entdeckt werden. Im Schnitt seien die Frequenztäter zwischen 35 Jahren und Mitte 40. Häufigste Delikte seien einfacher Diebstahl, Unterschlagung oder Untreue.

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