Befragung unter Millennials und unter der Generation Z 29. Jun 2022 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Umwelt und Flexibilität bei der Arbeit ist jungen Generationen wichtig

Mehr junge Menschen als in den vorhergehenden Jahren wollen ihren Arbeitgebern die Treue halten, so eine Studie der Deloitte-Berater. Die schlechte Nachricht: Vier von zehn Befragten in Deutschland fühlen sich dauerhaft gestresst.

Junge Menschen haben vor allem eins auf der Wunschliste: Wohlstand ja, nicht aber auf Kosten der Umwelt.
Foto: panthermedia.net / jannystockphoto

Trotz Pandemie und wirtschaftlicher Unsicherheiten treibt junge Menschen in Deutschland vor allem ein Thema um: der Klimawandel. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Knapp ein Drittel der 28- bis 39-Jährigen (Millennials) bewertet demnach die globale Erwärmung als größte Sorge. Die Studie zieht auch den Vergleich zur jüngeren Generation Z (Gen Z), den 19- bis 27-Jährigen: Hier beunruhigen die Klimaveränderungen sogar 39 %. Global fürchten die jungen Befragten vor allem die hohen Lebenshaltungskosten und den damit verbundenen Wohlstandsverlust – der Klimawandel beschäftigt weltweit immerhin jeden vierten Menschen.

Arbeit: Generationenwissen als Schlüsselkompetenz

Die Sorgen um die Klimaveränderungen gehen hierzulande mit hohen Erwartungen einher – auch an das eigene Verhalten: Zwei Drittel versuchen konsequent die persönlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Außerdem könnten aus Sicht der jüngeren Generationen Unternehmen und Politik deutlich aktiver werden. Lediglich 13 % der Millennials und 8 % der Gen Z sind der Ansicht, dass die Bundesregierung genug für die Bekämpfung des Klimawandels unternimmt. Und: Rund vier von zehn Befragten haben bereits Druck auf die eigenen Arbeitgeber ausgeübt, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Junge Menschen sorgen sich, wirtschaftlich über die Runden zu kommen

Die zweitgrößte Sorge sowohl für Millennials als auch Gen Zs sind die Lebenshaltungskosten: Mehr als einem Viertel der jungen Menschen in Deutschland machen diese am meisten zu schaffen. Vier von zehn Befragten fürchten sogar, ihre Ausgaben nicht zahlen zu können. Der Blick in die Zukunft ist pessimistisch: Während im globalen Durchschnitt 37 % der Befragten in den nächsten zwölf Monaten eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse erwarten, sind es in Deutschland rund 40 %.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fast die Hälfte der Millennials (47 %) möchte dem Arbeitgeber in den nächsten fünf Jahren die Treue halten – ein Anstieg um elf Prozentpunkte gegenüber des Vorjahres. In der Gen Z gilt das immerhin für ein Drittel (31 %). Die Zahl derer, die ihre Jobs innerhalb der kommenden zwei Jahre kündigen wollen, ist dagegen insbesondere bei den Gen Zs stark zurückgegangen: von 55 % im letzten auf nur noch 31 % in diesem Jahr. Von den Wechselwilligen sagen immerhin 44 % der Millennials und 33 % der Gen Z, dass sie ihren derzeitigen Job ohne sofortige Aussicht auf eine neue Stelle kündigen würden.

Eine gute Work-Life-Balance, Entwicklungsmöglichkeiten und eine sinnstiftende Tätigkeit sind die häufigsten Gründe für einen Arbeitgeberwechsel. Auch die Flexibilität sowohl beim Arbeitsort als auch bei der -zeit sind für die jungen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein wichtiges Thema: Obwohl rund die Hälfte der Millennials und Gen Z derzeit ausschließlich im Büro arbeiten, möchten 51 % bzw. 58 % von ihnen dies künftig lieber in hybriden Modellen tun. Sie wollen außerdem mit verkürzten Wochenarbeitszeiten experimentieren.

Studie zu Chancen und Risiken der hybriden Arbeitswelt

Gesundheit: Psychische Belastung bleibt Tabuthema

Die Sorgen und Herausforderungen des Alltags führen dazu, dass vier von zehn Befragten in Deutschland sich dauerhaft gestresst fühlen – damit hat sich das hohe Stressniveau im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Auffällig ist: Während rund 30 % der Männer ständig gestresst sind, sind es unter weiblichen Millennials 43 % und bei Frauen der Gen Z sogar 52 %. Gleichzeitig bleibt die psychische Gesundheit aus Sicht vieler ein Tabuthema. Etwas mehr als ein Drittel der Gen Z und der Millennials gibt an, dass sie mit Vorgesetzten nicht über Stress- oder Angstgefühle sprechen. Ebenso viele Befragte haben wegen psychischer Probleme bereits eine Auszeit genommen.

Für die Deloitte-Studie wurden 14 808 Vertreter und Vertreterinnen der Generation Z und 8412 Millennials aus 46 Ländern weltweit befragt. Aus Deutschland haben 500 Personen der Generation Z und 300 Millennials an der Studie teilgenommen. Die Befragung wurde zwischen dem 24. November 2021 und dem 4. Januar 2022 durchgeführt.

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