Automobilproduktion 19. Jan 2024 Von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 4 Minuten

BMW will humanoide Roboter in der Produktion einsetzen

Die Flexibilität humanoider Roboter soll bald im Automobilbau genutzt werden. BMW möchte das zusammen mit dem US-Hersteller Figure umsetzen.

Werden hier bald auch humanoide Roboter eingesetzt? Im BMW-Werk in Spartanburg werden zusammen mit dem Roboterhersteller Figure nun Anwendungsbereiche dafür gesucht.
Foto: BMW Group / Fred Rollison

Bisher gibt es vorwiegend faszinierende Videos von humanoiden Robotern, in denen Forschungsteams von Hochschulen, Start-ups und Unternehmen wie Tesla die Fortschritte der Technologie präsentieren. Echte kommerzielle Anwendungen sind dagegen nicht zu finden. Doch das könnte sich bald ändern. Denn der US-Hersteller Figure hat nun eine Vereinbarung mit BMW verkündet. Demnach sollen in einem meilensteinbasierten Prozess zunächst Einsatzbereiche für die flexiblen Roboter in der Produktion von BMW in Spartanburg, South Carolina, identifiziert werden. Anschließend sollen die Figure-Roboter in ausgewählten Bereichen des Standortes zum Einsatz kommen.

BMW und Figure wollen gemeinsam an KI und Roboterintegration forschen

BMW dürfte diesen Schritt auch deshalb wagen, weil die Roboter durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) immer besser mit ihrem Umfeld interagieren können. In der Pressemeldung von Figure ist bereits zu erkennen, dass es nicht nur um den Einsatz von humanoiden Robotern in der Automobilfertigung gehen soll. „BMW Manufacturing und Figure werden gemeinsam Technologiethemen wie künstliche Intelligenz, Robotersteuerung, Fertigungsvirtualisierung und Roboterintegration erforschen“, heißt es.

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Robert Engelhorn, CEO von BMW Manufacturing in den USA, wird dazu wie folgt zitiert: „Die Automobilindustrie und damit auch die Produktion von Fahrzeugen entwickeln sich rasant weiter. Der Einsatz von Universalrobotern hat das Potenzial, die Produktivität effizienter zu gestalten, die wachsenden Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen und es unserem Team zu ermöglichen, sich auf den vor uns liegenden Wandel zu konzentrieren.“

Auch kollaborierende Roboter wurden einst im BMW-Werk Spartanburg erprobt

Schon einmal war das BMW-Werk in Spartanburg Vorreiter bei der Erprobung einer neuen Robotergeneration. Bereits vor rund zehn Jahren setzte das Unternehmen erstmals kollaborierende Roboter ein, sogenannte Cobots. Diese können ohne Schutzzäune mit Menschen interagieren. Nach ersten Projekten bei der Montage von Pkw-Türen, wo sie beispielsweise Isolierungen einsetzten, sind solche Roboter nun in vielen Bereichen im Einsatz. In der Logistik des Automobilherstellers übernehmen sie beispielsweise das Management von Behältern für kleinere Bauteile. Auch außerhalb der Automobilindustrie werden solche Cobots inzwischen vielerorts genutzt.

Bereits 2013 setzte BMW in Spartanburg in der Montage Roboter neben Menschen ein. Inzwischen sind solche Cobots in vielen Branchen im Einsatz. Foto: BMW Group / Fred Rollison

Dass sich auch humanoide Roboter so schnell in Unternehmen verbreiten werden, darf aber bezweifelt werden. Der Grund: Mobile Plattformen mit Rädern sind auf den ebenen Hallenböden die günstigere Wahl für mobile Manipulationsroboter. Verschiedene praxistaugliche Varianten sind bereits verfügbar. Außerdem bieten sie eine bessere Standsicherheit. Das ist insbesondere für eine präzise Montage hilfreich, oder wenn sie gezielt Druck ausüben müssen. Vorteile hat der zweibeinige Gang humanoider Lösungen dagegen, wenn Treppen und andere Hindernisse zu überwinden sind.

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