Automatisierung für den Alltag 31. Okt. 2024 Von Martin Ciupek Lesezeit: ca. 2 Minuten

Humanoider Roboter von Tesla: zu große Erwartungen?

Trotz vielfältiger Kompetenz in der deutschen Robotik schaut die Welt einmal mehr auf Tesla. Zum humanoiden Roboter schwanken die Meinungen aus Deutschland zwischen Bewunderung und kritischer Distanz.

Auch in Deutschland werden humanoide Roboter entwickelt. Viel Aufmerksamkeit bekommt aktuell das Modell von Neura Robotics, das beispielsweise bereits in Haushaltssituationen präsentiert wird.
Foto: NEURA Robotics

Öffentlichkeitswirksam hat Elon Musk kürzlich seine humanoiden Roboter durch eine große Gruppe an Menschen laufen lassen und seine jüngsten Zukunftsvisionen präsentiert. Weltweit löste das bei seinen Fans Begeisterung aus. Gleichzeitig gab es einige kritische Stimmen.

Für Investor Frank Thelen sind humanoide Robotern „das wichtigste Produkt“

Auch Investor Frank Thelen vom Venturecapital-Unternehmen Freigeist Capital ist über seinen Fonds 10XDNA an Tesla beteiligt. Er sagte anlässlich des jüngsten „Technology Talk“ im Vorfeld der Messe SPS: „Ich glaube das ist das wichtigste Produkt, was wir nächstes Jahr in der Markteinführung sehen werden.“ Er räumte zwar ein, dass es wegen der Hardware länger dauern werde, die 100-Mio.-Nutzer-Marke zu knacken als bei Software wie ChatGPT. Grund dafür sei die Skalierung bei der benötigten Hardware.

Der Start-up-Investor, der selbst an Robotikfirmen beteiligt ist, stellt aber auch hier Veränderungen zu früheren Zeiten fest: „Die Skalierungen in der Produktion laufen so viel schneller ab – leider häufig in China. Allein die Regulierungen und die Zulassungsverfahren in Europa lassen das nicht zu. Da müssen wir besser werden.“

Dennoch gibt es auch in Deutschland vielversprechende Ansätze, die Entwicklung humanoider Roboter sowie mobiler Serviceroboter voranzutreiben. Dafür sorgen unter anderem Roboterhersteller wie Neura Robotics aus Metzingen und pi4 aus Berlin.

Deutscher Roboterhersteller hätte sich eine seriösere Kommunikation gewünscht

Auf die Frage, ob die Tesla-Präsentation eine gute Werbung für die Robotik sei, sagt Matthias Krinke, Generaldirektor von pi4, kurz: „Ja und Nein.“ Er begründet das so: „Die Qualität des Laufens war gut – ohne Hindernisse, ohne Treppen – und hat mich als Robotikspezialist beeindruckt im Sinne des Fortschritts bei Tesla.“ Aber: „Dass die Roboter nach meinem Informationsstand ferngesteuert wurden, hätte man vorher kommunizieren sollen, um seriös zu bleiben“, bemängelt er. Hier habe Musk „sich sicherlich keinen Gefallen getan“.

Humanoide Roboter müssen nicht unbedingt Beine haben: Matthias Krinke (re.) mit dem Serviceroboter „Workerbot4“ im Studio der Sendung Brandenburg aktuell. Foto: pi4_robotics GmbH

Nachdem Musk bereits beim autonomen Fahren Erwartungen geweckt hat, die er nicht halten konnte, zeigt sich Krinke kritisch gegenüber den Visionen des US-Amerikaners. „Wenn man die neuen Technologien permanent mit falschen Erwartungen und Zeithorizonten überfordert, dann verliert man die Glaubwürdigkeit. Aus diesem Grunde sind wir hier bei pi4 mit Prognosen immer etwas vorsichtiger“, sagt er.

Auch der Einzug humanoider Roboter werde nicht so schnell erfolgen, wie von Musk suggeriert. „Es wird noch einige Jahre dauern, also nicht so schnell gehen, wie einige Marktbegleiter aktuell kommunizieren, aber ich werde es noch als Rentner erleben“, schätzt Krinke.

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