Bremsproblem und Chinamarkt 06. Nov. 2024 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 2 Minuten

BMW meldet rund 80 % Gewinneinbruch

BMW muss einen massiven Gewinneinbruch vermelden. Schwierige Zeiten bei den deutschen Automobilherstellern, auch Mercedes schockte dieses Jahr mit zwei Gewinnwarnungen.

BMW in Schwierigkeiten. Probleme mit dem Bremssystem und ein schwächelnder Chinamarkt sorgen für Sorgenfalten bei den Münchnern.
Foto: Peter Kellerhoff

Technische Probleme mit dem von Continental gelieferten Integrierten Bremssystems (IBS) und eine schwächelnde Nachfrage auf dem wichtigen chinesischen Markt – das sind die Gründe für den Gewinneinbruch von 79,4 %, die BMW am 6. November 2024 in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Das sogenannte Integrierte Bremssystem (IBS) von Zulieferer Continental bereitet den Münchnern schon seit Monaten Ärger. Der Fehler kann „in sehr seltenen Fällen“ zum Ausfall der hydraulischen Bremskraftunterstützung führen, sodass die Bremse stärker als gewohnt getreten werden muss, so BMW. Zwar liege laut Aussagen aus München die Bremsleistung immer über den gesetzlich geforderten Standards, trotzdem könnten darüber hinaus ABS und ESP ausfallen.

BMW muss zahlreiche Autos zurückrufen und Auslieferungen stoppen

Aus diesem Grund muss BMW weltweit zahlreiche Autos zurückrufen. Darüber hinaus können bereits gebaute Fahrzeuge nicht ausgeliefert werden, bis der Fehler behoben ist. Insgesamt sind rund 1,5 Mio. Fahrzeuge betroffen, davon etwa 150.000 in Deutschland. Das führe weltweit zu zusätzlichen Gewährleistungskosten in hoher dreistelliger Millionenhöhe und damit zu negativen Absatzeffekten im zweiten Halbjahr, heißt es vonseiten BMWs.

Der Absatz von Fahrzeugen sei im dritten Quartal über alle Regionen rückläufig gewesen, hier stehen Auslieferungen von 541.000 Fahrzeugen 622.000 in Q3 2023 gegenüber – ein Minus von 13 %. Insbesondere die Konsumbereitschaft in China sei trotz Stützungsmaßnahmen der Zentralregierung weiterhin gedämpft und der Absatz bliebe hinter den Erwartungen zurück.

Das alles führt zu einem Konzernergebnis vor Steuern von –79,4 % im dritten Quartal 2024 und einem Einbruch der Ebit-Marge von 9,8 % auf 2,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Marge von Januar bis September 2024 betrachtet schrumpfte von 10,3 % auf 6,6 %.

Volkswagen, Audi, BMW und Mercedes

Nachdem bereits der Volkswagenkonzern Schwierigkeiten vermeldete, jetzt auch BMW. Aber auch Mercedes gab in diesem Jahr zwei Gewinnwarnungen heraus. Harald Wilhelm, Finanzvorstand der Mercedes-Benz Group, sagte zum laufenden Quartal: „Die Finanzergebnisse des dritten Quartals entsprechen nicht den Ansprüchen, die wir bei Mercedes-Benz an uns selbst haben.“ Jedoch sei es Mercedes auch in diesen schwierigen Zeiten gelungen, erneut einen soliden Cashflow zu erwirtschaften. Immerhin.

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