Nachhaltige Mobilität 06. Mai 2022 Von Martin Ciupek

Deutsche Bahn lässt neuen Wasserstoffzug in Krefeld rollen

Gestern präsentierten die Deutsche Bahn und Siemens Mobility ihren neuen Wasserstoffzug. Damit sollen künftig Dieselloks ersetzt werden. Zunächst soll der Zug in Baden-Württemberg eingesetzt werden.

In Krefeld präsentierten die Deutsche Bahn und Siemens Mobility am 5. Mai 2022 ihren neuen Wasserstoffzug und Wasserstoffpeichertrailer.
Foto: Siemens AG

Aus einem Wassernebel tauchte er gestern vor der Produktionshalle in Krefeld auf – der neue Wasserstoffzug Mireo Plus H von Siemens Mobility. Gleichzeitig stellte das Unternehmen zusammen mit der Deutschen Bahn (DB) einen passenden Wasserstoffspeichertrailer für mobile Wasserstoffschnellbetankung vor. Entwickelt wurde das Wasserstoffgesamtsystem im Gemeinschaftsprojekt „H2goesRail“. Die Unternehmen wollen damit die klimafreundliche Verkehrswende auf der Schiene weiter vorantreiben. Das Fahrzeug soll in Verbindung mit der entsprechenden Infrastruktur Dieseltriebzüge im Regionalverkehr ersetzen und die CO2-Emissionen auf der Schiene auf null reduzieren.

Dieselverbrauch im Schienenverkehr soll reduziert werden

„Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2030 75 % des Schienennetzes zu elektrifizieren“, erklärte dazu Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMDV und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr. „Alternative Antriebe können helfen, die Emissionen des Dieselverkehrs auf der Schiene zu reduzieren. So können wir auch auf den Strecken nahezu klimaneutral fahren, wo eine Vollelektrifizierung nicht möglich ist. Mit H2goesRail wird ein Projekt realisiert, das den Einsatz von Wasserstoff für die Schiene nicht nur erproben, sondern substanziell voranbringen wird.“

Was das in Zahlen bedeutet, verdeutlichte Michael Peter, CEO von Siemens Mobility: „Jeder ausgelieferte Zug kann über die Lebensdauer von 30 Jahren bis zu 45 000 Tonnen CO2 gegenüber entsprechenden Autofahrten einsparen.“ Seitens der Deutschen Bahn ergänzte Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin Digitalisierung & Technik: „Wasserstoffzüge sind für die Deutsche Bahn ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität.“ Weiter sagte sie: „Mit unserer Entwicklung der mobilen Wasserstofftankstelle und der dazugehörigen Instandhaltungsinfrastruktur zeigen wir, dass wir bei der DB nicht nur Mobilität, sondern auch Technik können.“ Das sei ein wichtiger Schritt für den Dieselausstieg auf der Schiene.

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Als Zweiteiler erreicht der Mireo Plus H laut Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 800 km, ist so leistungsfähig wie elektrische Triebzüge und zeichnet sich durch eine hohe Antriebsleistung von 1,7 MW für bis zu 1,1 m/s² Beschleunigung und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h aus. Die dreiteilige Variante des Zuges hat eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern.

Bei der Entwicklung stand auch der Betankungsvorgang im Fokus. Die DB hat dafür ein neuartiges Verfahren konzipiert, mit dem die Betankung eines Wasserstoffzuges genauso schnell verläuft, wie die Betankung eines Dieseltriebzugs. Das ist für das Unternehmen ein wichtiger Aspekt angesichts der eng getakteten Zugfolgen im Regionalverkehr der DB.

Tanksystem für Wasserstoff

Erste Testfahrten sind 2023 geplant

Im kommendem Jahr soll der Mireo Plus H Testfahrten in Baden-Württemberg aufnehmen. Ab 2024 soll er für das Projekt H2goesRail im regulären Passagierbetrieb zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim eingesetzt werden und einen dort fahrenden Dieseltriebwagen ersetzen. Der Wasserstoff wird in Tübingen von DB Energie mithilfe von Ökostrom direkt aus der Oberleitung produziert. Um den Zug warten zu können, wird das DB-Werk in Ulm entsprechend ausgerüstet. Für den Passagierbetrieb entwickelt Siemens einen zweiteiligen Regionalzug mit einem Wasserstoffantriebssystem der neuesten Generation. Es besteht aus einer Brennstoffzelle und einer Lithium-Ionen-Batterie.

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Mit insgesamt 13,74 Mio. € fördert das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) das Projekt H2goesRail. Es ist Teil des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

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