Maritimer Verkehr 26. Jan 2023 Von Christoph Sackmann Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wie künftig Schiffe angetrieben werden

Die Klimakrise macht auch vor der Seefahrt nicht halt. Zurzeit werden Schiffe meist mit Schweröl betrieben. Das soll sich ändern, aber noch konkurrieren mehrere Antriebsarten um die neue Vorherrschaft.

Bei großen Schiffen ist der Umstieg auf klimaneutrale Antriebe allein deshalb schwierig, weil sie für die Fahrt sehr viel Energie speichern müssten.
Foto: panthermedia.net/sengnsp

Annähernd 6000 Containerschiffe fahren jederzeit um die Erde, es gibt insgesamt rund 50 000 Handelsschiffe weltweit. Dazu kommen unzählige Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Jachten, Sport- und Arbeitsboote. Die meisten von ihnen werden mit Schweröl oder Diesel betrieben. Entsprechend hoch sind die Emissionswerte von großen Schiffen. Mit zurzeit rund 1 Mrd. t Kohlendioxid sind Schiffe für etwa 3 % der jährlichen weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich (s. Kasten). Würde man die Seeschifffahrt in einer Liste CO2-emittierender Länder aufführen, wäre sie der sechstgrößte Umweltverschmutzer der Welt.

Klimaschutz: Dekarbonisierung von Schiffen und Energie

Elektrische Antriebe sind auf hoher See nur zweite Wahl

Die Anteil der globalen Schifffahrt an den weltweiten CO2-Emissionen von knapp 3 % soll angesichts des Klimawandels sinken, am besten auf null. Doch Schiffe umweltfreundlich anzutreiben, ist nicht so einfach, denn um Kreuzfahrt- und Containerriesen zu bewegen, sind vergleichsweise große Mengen an Energie notwendig. Und die müssten die Schiffe für die gesamte Fahrt an Bord speichern.

So hat sich bisher anders als im Autosektor, wo elektrische Antriebe das Mittel der Zukunft sein sollen, keine Technologie durchgesetzt. Verschiedene mögliche Antriebsarten konkurrieren miteinander. Das ist einerseits gut, weil es technologische Innovationen vorantreibt, andererseits aber schwer für Reeder und Hafenbetreiber, die sich strukturell auf mehrere Szenarien einstellen müssen.

Energieträger der Zukunft auf Schiffen

Elektromotoren und Schiffe

In den Fjorden Norwegens sollen Anwohner und Natur bald nicht mehr von Abgasen, Gestank und Lärm von Schiffsmotoren gestört werden. Die Regierung verbannt schrittweise bis 2026 alle mit Schweröl betriebenen Schiffe aus den Gewässern. Stattdessen sollen Touristen und andere Reisende Fähren und Boote mit Elektromotoren benutzen. Norwegen ist Vorreiter der Elektrifizierung. 2015 legte hier mit der Ampere die erste vollelektrisch betriebene Fähre ab, mittlerweile sind 70 Schiffe mit Elektroantrieb in Betrieb. Vergangenes Jahr ging sogar das erste Containerschiff vom Stapel, wenngleich es noch deutlich kleiner ist als die Riesen, die die Weltmeere befahren.

Das US-Marktforschungsunternehmen Markets and Markets schätzt, dass der weltweite Markt für elektrische Schiffe von derzeit 4,7 Mrd. $ (rund 4,32 Mrd. €) auf 16,2 Mrd. $ (rund 14,90 Mrd. €) im Jahr 2030 anwachsen wird.

Größter Knackpunkt dabei sind die Batterien, die für Schiffe wesentlich größer sein müssen als etwa für Autos.

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