Messengerdienste 01. Dez 2022 Von Stephan W. Eder

Jubiläum: 30 Jahre SMS – und kein Ende

Inzwischen wird die fünfte Mobilfunkgeneration 5G installiert – und die SMS gibt es immer noch. Wie es der 160-Zeichen-Messengerdienst SMS geschafft hat, zu überleben.

30 Jahre SMS: Die weltweit erste SMS (Short Message Service) wurde am 3. Dezember 1992 in Großbritannien verschickt – von einem Computer an ein Handy hieß es „Merry Christmas“. Ursprünglich war die SMS dazu gedacht, technische Informationen über Netzstörungen weiterzuleiten. In Boomzeiten, im Jahr 2012, waren es fast 60 Mrd., im letzten Jahr, so Zahlen der Bundesnetzagentur, waren es noch 7,8 Mrd. Grafik: Bitkom/ Datenquelle Bundesnetzagentur

Sie (oder es) braucht kein Internet, ist minimalistisch kurz und knapp, inzwischen so etwas wie sicherheitsrelevant – die SMS. Gemeint ist mit dem Kürzel SMS in Deutschland die einzelne Nachricht, die über den Messengerdienst „Short Message Service“ verschickt wird. In Österreich und der Schweiz heißt es auch das SMS. Und am kommenden Samstag, dem 3. Dezember 2022, wird die SMS 30 Jahre als.

Das digitale Radio DAB+ kann helfen, bei Gefahr schneller Alarm zu schlagen

An jenem 3. Dezember 1992 versendete der damals 22-jährige britische Ingenieur Neil Papworth im Auftrag seines Dienstherren Vodafone im englischen Newbury die allererste SMS von einem PC aus. „Merry Christmas“ stand dann in dem kleinen Display des Orbitel TPU 901 Mobiltelefons eines Kollegen, der damals auf einer Betriebsweihnachtsfeier war. Das Orbitel 901 war erst im Mai 1992 als erstes Mobilfunktelefon in Großbritannien für den Betrieb im gerade erst gelaunchten GSM-Mobilfunknetz zugelassen worden.

Vor fast genau einem Jahr (21.12.2021) versteigerte Vodafone die erste SMS der Welt inkl. der detailgetreuen Nachbildung des Originalkommunikationsprotokolls für 107 000 €. Der Telefonanbieter spendete den Erlös für einen guten Zweck – er ging an UNHCR, der Flüchtlingshilfe der UNO.
Foto: Vodafone

Warum der Messenger SMS auch nach 30 Jahren noch wichtig ist

30 Jahre SMS: Bei der Vorbereitung des Warntages (8. Dezember 2022) nutzen Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom nach wie vor die SMS zur Kundeninformation.
Foto: Stephan W. Eder

„Der SMS-Standard hat den Vorteil, dass er auf jedem Handy funktioniert und keine Internetverbindung oder gesonderte Anmeldung voraussetzt. Die meisten Mobilfunktarife beinhalten überdies in der Regel eine SMS-Flat, sodass keine zusätzlichen Kosten entstehen“, weiß Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalbranchenverbandes Bitkom. Dabei sind die 7,8 Mrd. SMS-Nachrichten, die 2021 nach Angaben der Bundesnetzagentur in Deutschland verschickt wurden – simsen ist ja ein inzwischen fast wieder vergessenes, aus SMS abgeleitetes Verb dazu –, nur ein Bruchteil der noch insgesamt versendeten 280 Mrd. Messengernachrichten hierzulande.

Tschüss MMS!

Ihren Nutzungsrekord stellte die SMS mit 59,8 Mrd. Nachrichten 2012 auf – da war mit dem Instant-Messengerdienst Whatsapp 2009 schon der Nachfolger aus der Taufe gehoben worden. „Die SMS bleibt auch nach ihrem All-Time-High im Jahr 2012 wichtig“, sagt Rohleder. „Nicht nur für Menschen, die kein Smartphone besitzen, sondern insbesondere bei Authentifizierungsverfahren, zum Beispiel bei Bezahldiensten.“ Sprich: Die SMS ist Teil von Sicherheitsarchitekturen. Wer hätte das gedacht? Wobei: Gedacht war die SMS schon 1992 nicht als Dienst für die Bekundung persönlicher Befindlichkeiten von Privatpersonen, sondern für die Netzbetreiber selbst, um technische Informationen über Netzstörungen weiterzuleiten.

Die SMS kann heute viel mehr, als nur 160 Zeichen versenden

So eine SMS besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: einem Header, in dem unter anderem Absender und Sendezeit stehen, und dem Body, der eigentlichen Textnachricht, die ursprünglich auf 160 Zeichen beschränkt war. Inzwischen lassen sich via Enhanced Message Service (EMS) mehrere Nachrichtern aneinanderreihen; mit dem Nachfolger MMS (der zum Jahresende eingestellt wird!) kamen Bilder hinzu. Wer heutzutage auf eine SMS antwortet, kann hierfür Text, Bild, Video oder Ton nutzen. Der Nachnachfolger der SMS heißt Rich Communication Services (RCS).

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