Münzkolumne 03. Aug 2022 Von Peter Piasecki

Mit Goldmark können Münzsammler heute noch Geld verdienen

Die Goldmark aus dem Kaiserreich ist eine weit verbreitete und werthaltige Sammlermünze.

Beliebt bei Münzsammlern sind Goldmünzen mit dem Porträt des Kaisers Wilhelm I. (1871–1888), weil sie wegen ihrer hohen Prägezahlen günstiger angeboten werden. Quelle: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG (http://www.kuenker.de), Osnabrück;
Foto: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg.

Zu den beliebten Sammlermünzen gehören die allgemein mit „Goldmark“ bezeichneten Goldmünzen, die nach der Gründung des Deutschen Reiches ab 1871 als „Reichsgoldmünzen“ ausgeprägt wurden. Der föderale Aufbau mit 26 Bundesstaaten sorgte dafür, dass die einzelnen Länder das Recht erhielten, jeweils das Konterfei ihres Landesherrn oder – im Falle der Hansestädte – ein Stadtwappen auf die Goldmünzen zu setzen.

Goldmünzen mit dem Kopf von Kaiser Wilhelm I. sind weit verbreitet

Im Fokus der Münzsammler stehen die Goldmünzen mit dem Porträt des Kaisers Wilhelm I. (1871–1888), weil diese Münzen wegen ihrer hohen Prägezahlen günstiger angeboten werden. Auf der Vorderseite (Avers) findet sich das Kopfbild mit der Umschrift: „WILHELM DEUTSCHER KAISER KÖNIG V. PREUSSEN“ sowie der Buchstabe B für die Münzstätte Hannover – häufiger ist allerdings der Buchstabe A für Berlin. Auf dem Revers finden wir einheitlich für alle Bundesstaaten den Reichsadler sowie in der Umschrift die Angaben „DEUTSCHES REICH“, die Wertangabe, z. B. „20 MARK“ und das Prägejahr. Für Hamburg etwa findet man auf dem Avers anstelle des Kopfbildes das Hamburger Wappen mit der Umschrift „FREIE UND HANSESTADT HAMBURG“ und für den Prägeort Hamburg den Buchstaben J.

Sondermünzen zu den Olympischen Spielen sind begehrt

Die 20 Goldmark weisen als 900er Legierung ein Gewicht von 7,96 g auf und enthalten einen Feingoldanteil von 7,16 g, 10 % entfallen auf den Kupferanteil. Der Durchmesser dieser Münzen beträgt 22,5 mm, bei einer Dicke von 1,4 mm. Die Goldmark wurde in den Nominalen 20, 10 und 5 Mark ausgegeben, wobei die 5-Mark-Reichsgoldmünze nur in vergleichsweise geringer Auflage produziert wurde. Die höchste Jahresauflage an 20-Mark-Münzen wurde 1910 mit mehr als 8,5 Mio. Exemplaren aus der Münzstätte Berlin verausgabt.

Der Goldwert der 20-Mark-Münze aus dem Kaiserreich – und das ist die Besonderheit dieser Münze – findet sich täglich im Börsenteil der überregionalen Zeitungen. Noch vor Jahren konnte man diese Goldmünze auch bei vielen Banken und Sparkassen erwerben. Dies ist heute kaum noch möglich, wie Recherchen bei Geldinstituten ergaben. Bestimmte Banken bieten diese Münzen jedoch nach wie vor an. Generell wichtig ist es, darauf zu achten, den Erwerb nur bei Banken oder bei seriösen Münzhändlern bzw. bekannten Auktionshäusern vorzunehmen, weil sich Fälschungen im Umlauf befinden. 

Hansestädte prägten statt einem Bild des Kaisers ihr Stadtwappen auf die Goldmünzen. Hier eine 20-Mark-Münze mit dem Stadtwappen von Hamburg auf der Forderseite. Quelle: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG (http://www.kuenker.de), Osnabrück;
Foto: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg.

Wo sind die Goldmünzen aus dem Kaiserreich verblieben? Im Ersten Weltkrieg benötigte das Reich für die Finanzierung von Importen entsprechende Goldbestände, die durch intensive Appelle an die patriotische Gesinnung der Bevölkerung eingesammelt wurden. Die Aktion erfolgte unter dem Motto „Gold gab ich für Eisen“. Zum Dank für abgeliefertes Gold wurden eiserne Fingerringe oder Medaillen ausgegeben.

Wertentwicklung der Goldmark ist an den Goldkurs gekoppelt

Die Wertentwicklung der 20-Mark-Goldmünze als Sammler- und Anlagemünze ist für die in Berlin mit dem jeweiligen Kaiserbildnis geprägten Stücke aus den auflagenstarken Jahrgängen immer relativ eng mit dem Goldkurs an der Börse verbunden. Weil der Preis einer Münze jedoch durch mehrere Faktoren determiniert wird, sind die folgenden Angaben nur als Richtgrößen zu sehen.

Was taugen Goldmünzen als Wertanlage?

So wurde die Münze 1991 etwa im großen deutschen Münzkatalog mit umgerechnet 120 € bewertet, wohingegen bereits beispielsweise 2012 in einem großen Auktionshaus rund 300 € an Kosten in der einfachen Qualität „sehr schön“ – einschließlich dem Auktionsaufgeld – angefallen sind. Aktuell beträgt der im Börsenteil der Zeitungen publizierte Kurs rund 450 €, eine Summe, die auch auf Auktionen noch knapp realisiert werden kann. Seltene 20-Mark-Goldmünzen übersteigen diesen Preis jedoch sehr schnell.

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